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Deferoxamine: Ein Überblick


Steckbrief

  • Molekulare Masse: 560.69 g·mol1
  • Mittlere Halbwertszeit: ca. 6.0 Stunden
  • Wirkstoff: Deferoxamine mesylate

Anwendung von Deferoxamine

Deferoxamine wird zur Behandlung von Eisenüberladung bei Patienten eingesetzt, die regelmäßige Bluttransfusionen erhalten haben. Es hilft dabei, überschüssiges Eisen aus dem Körper zu entfernen und somit Organschäden zu verhindern.

Anwendungsart von Deferoxamine

Deferoxamine kann subkutan, intramuskulär oder intravenös verabreicht werden. Die Wahl der Anwendungsart hängt von der Schwere der Eisenüberladung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.

Wirkmechanismus von Deferoxamine

Deferoxamine bindet an überschüssiges Eisen im Blut und bildet mit ihm stabile Komplexe, die dann über den Urin ausgeschieden werden. Auf diese Weise wird das überschüssige Eisen aus dem Körper entfernt und Organschäden vorgebeugt.

Dosierung von Deferoxamine

Die Dosierung von Deferoxamine wird individuell festgelegt und richtet sich nach dem Schweregrad der Eisenüberladung und dem Gewicht des Patienten. Die übliche Anfangsdosis beträgt 20-40 mg/kg Körpergewicht pro Tag, die über mehrere Stunden infundiert wird.

Pharmakokinetik von Deferoxamine

Deferoxamine wird nach der Verabreichung langsam im Körper verteilt und bindet an überschüssiges Eisen, um Komplexe zu bilden, die dann ausgeschieden werden. Die Halbwertszeit beträgt etwa 6 Stunden, kann aber je nach Nierenfunktion des Patienten variieren.

Nebenwirkungen von Deferoxamine

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Deferoxamine gehören Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Hautrötungen an der Injektionsstelle. In seltenen Fällen können auch schwerwiegendere Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder allergische Reaktionen auftreten.

Abhängigkeitspotenzial von Deferoxamine

Deferoxamine ist kein Medikament mit einem Abhängigkeitspotenzial. Es wird in der Regel über einen begrenzten Zeitraum verabreicht, um Eisenüberladung zu behandeln, und unter ärztlicher Aufsicht überwacht.

Hinweise bei der Verwendung von Deferoxamine

Deferoxamine sollte nicht gleichzeitig mit anderen Eisenpräparaten eingenommen werden, da dies die Wirksamkeit von Deferoxamine beeinträchtigen kann. Schwangere, stillende Frauen und Personen mit Nierenproblemen sollten vor der Anwendung von Deferoxamine ihren Arzt konsultieren.

Risiken bei der Verwendung von Deferoxamine

Trotz seiner Wirksamkeit birgt Deferoxamine bestimmte Risiken, darunter das Potenzial für Nebenwirkungen wie Sehstörungen oder allergische Reaktionen. Eine sorgfältige Überwachung und Dosierung sind daher wichtig, um unerwünschte Effekte zu minimieren.

Alternativen zu Deferoxamine

Für die Behandlung von Eisenüberladung gibt es verschiedene alternative Therapiemöglichkeiten, darunter die Einnahme von Chelatbildnern wie Deferasirox oder die phlebotomische Therapie zur Entfernung von überschüssigem Eisen aus dem Körper.


Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Deferoxamine die Eisenüberladung effektiv behandelt?

Die Behandlung mit Deferoxamine kann je nach Schweregrad der Eisenüberladung und individueller Reaktion des Patienten variieren. In der Regel kann eine Verbesserung nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung beobachtet werden.

Gibt es spezifische Empfehlungen für die Dosierung von Deferoxamine bei Kindern?

Die Dosierung von Deferoxamine bei Kindern wird basierend auf ihrem Körpergewicht und dem Schweregrad der Eisenüberladung berechnet. Es ist wichtig, die Dosierung unter ärztlicher Aufsicht anzupassen, um Nebenwirkungen zu minimieren.

Kann Deferoxamine bei Patienten mit Nierenerkrankungen sicher angewendet werden?

Deferoxamine kann bei Patienten mit Nierenerkrankungen eingesetzt werden, jedoch kann die Dosis an die eingeschränkte Nierenfunktion angepasst werden, um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern. Es ist wichtig, mit einem Arzt über die sichere Anwendung zu sprechen.

Können bestimmte Lebensmittel die Wirkung von Deferoxamine beeinträchtigen?

Es gibt keine spezifischen Lebensmittel, die die Wirkung von Deferoxamine beeinträchtigen. Es wird jedoch empfohlen, während der Behandlung mit Deferoxamine auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um die Wirksamkeit der Therapie zu unterstützen.

Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um das Risiko von Nebenwirkungen bei der Langzeitanwendung von Deferoxamine zu minimieren?

Um das Risiko von Nebenwirkungen bei der Langzeitanwendung von Deferoxamine zu minimieren, ist eine regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion und des Eisenstoffwechsels erforderlich. Die Einhaltung der empfohlenen Dosierung und die Vermeidung von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind ebenfalls wichtig.